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Coaching - Eine Antwort auf die Anforderungen der modernen Arbeitswelt

„Deutschland ist Frustweltmeister“ titelt der Spiegel im März 2020. Gemeint ist, dass die Deutschen im globalen Vergleich am wenigsten gern zur Arbeit gehen. Vielleicht freut sich nun der ein oder andere über Homeoffice Regelungen und Kurzarbeit. Homeoffice und digitale Kommunikation stellen uns einerseits vor neue Herausforderungen, bieten aber auch neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Kooperation, ortsunabhängig und zeitlich flexibel.

Hier möchte ich zunächst das Pferd von hinten aufzäumen und einen Blick auf den betriebswirtschaftlichen Schaden werfen, der durch Frust, Lustlosigkeit und den damit zusammenhängenden Krankheitstagen entsteht.


Grundlage ist die seit 2015 laufende Erhebung von Peakon zum Thema Mitarbeiterzufriedenheit. Untersucht wurden 80 Millionen Antworten aus digitalen Mitarbeiterumfragen aus mehr als 160 Ländern und neun Branchen.

Das Ergebnis: Deutschland stinkt ab, wenn es um die Lust auf Arbeit geht. Jeder Vierte geht unmotiviert ins Büro. Deutschland ist lustloser Weltmeister. Nur die Briten haben beinahe so wenig Bock auf Arbeit wie wir. Ernüchternd.


Mitarbeiter die wenig motiviert sind, kündigen früher und häufiger und haben bis zu 75% mehr Krankheitstage. Hat ein Unternehmen 10.000 Mitarbeiter kann sich der entstandene Schaden schnell auf 48 Millionen Euro belaufen, so die Einschätzung von Peakon.

Was Länder wie die USA und unsere skandinavischen Nachbarn besser machen, formuliert Martin Daniel von Peakon so:

„In den USA und den skandinavischen Ländern herrscht eine andere Kultur der Mitarbeiterführung als in Deutschland. Es gibt aber hier einige Ansätze, die sich andere Länder abschauen können, etwas mehr Entscheidungsfreiheit für Arbeitnehmer oder flexiblere Arbeitszeiten.“


In der modernen Organisationspsychologie werden solche Forderungen unter den Überschriften „Empowerment“ und „Mitarbeiterführung 4.0“ verbreitet.


Hinzu kommt eine Werteverschiebung durch die nachströmenden Generationen. Hauptmanko der Unternehmen in Deutschland, sagt Daniel, sei vor allem mangelndes Problembewusstsein. „Arbeitnehmer wollen sich selbst verwirklichen. Sie wollen das Gefühl haben, in einem Unternehmen mit nachhaltigen Strukturen zu arbeiten“, sagt Daniel.


Homeoffice und flexiblere Arbeitszeiten sind neben Coachingangeboten für Mitarbeiterinnen, effiziente Möglichkeiten, um die Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeiter nachhaltig zu fördern und somit langfristig eine Kultur zu schaffen, die wieder Lust auf Arbeit macht.


Möglicherweise zwingt uns nun ein kleiner Virus, zu großen strukturellen Umwälzungen, die vielleicht schon überfällig waren. Ich möchte in voller Anerkennung der schwierigen und leidvollen Erfahrungen vieler Menschen, den Blick auch wieder auf die Möglichkeiten lenken.


Gerade junge Startups setzen vermehrt auf Coachingangebote für ihre Mitarbeiter. Hier öffnen sich gerade interessante Möglichkeiten für Coaches, im Unternehmenskontext Fuß zu fassen und einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheit von Mitarbeiterinnen und für eine erfolgreiche Zukunft von Unternehmen zu leisten.


Die Agentur für Web- und App-Entwicklung Protofy aus Berlin hat vor vier Jahren regelmäßige Coachings für seine Mitarbeiterinnen eingeführt. CEO und Gründer Moritz Mann führt die hohe Mitarbeiterbindung und das gute Arbeitsklima auf das regelmäßige Coaching zurück. 100% seiner Mitarbeiterinnen nutzen das regelmäßige Angebot und zeigen sich motiviert, zufrieden und zeigen ein hohes Commitment gegenüber ihrem Arbeitgeber.


Vielleicht können Coaching und Homeoffice genau die fehlende Zutat sein, damit das Essen „Arbeit“ wieder besser schmeckt. Wie ich überzeugt bin, ist Work ein wichtiger Teil des Life und nicht sein scheinbarer Gegenspieler, wie Begriffe wir „Work-Life-Balance“ suggerieren. Work als Teil des Life, darf bitte auch Spaß machen und in Stimmigkeit mit den eigenen Werten, erleben Mitarbeiter Flow und laufen zu Höchstleistungen auf.


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