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  • hannesmoedl

Warum Freundlichkeit glücklich macht

Wann hast Du das letzte Mal einfach so einem wildfremden Menschen etwas Freundlichkeit geschenkt? Kannst Du Dich erinnern, wann Dir das letzte Mal jemand unerwartet etwas Nettes getan hat und wie Du Dich danach gefühlt hast?


Ein Lächeln beim Vorbeigehen, die Tür aufhalten oder mit dem Kinderwagen die Treppe runter helfen. Es können die kleinsten Dinge sein, die den Tag eines anderen Menschen ein klein bisschen und unerwartet schöner machen.


„Die Welt schenkt Dir nichts!“ Oder „Lass Dich nicht ausnutzen!“, das sind Sätze die die/der ein oder andere(r) vielleicht auch schon mal gehört hat.


Wie wir Dank der Forschungsergebnisse der Neurowissenschaften nun wissen, werden wir tatsächlich zu dem, was wir tun, denken und fühlen.

So verändert auch nett sein unser Gehirn auf eine positive Art und Weise, die nicht nur unseren Mitmenschen, sondern auch uns selbst gut tut.


Die Random Acts of Kindness Foundation hat dazu erstaunliche Forschungsergebnisse gesammelt.


Fazit: Nett sein verändert die Funktionsweise unseres Gehirns. Gerade das spontane Geben ohne Erwartung also „Random Acts of Kindness“ zeigten sich in den Studien besonders wirksam. Diese Erkenntnis ist eigentlich auch nicht neu, denn in den ältesten spirituellen Texten der Menschheit, den Veden, ist vom „Schenken als Grundprinzip des Lebens“ die Rede. Die Sonne scheint, ohne etwas zu erwarten, der Regen fällt ohne etwas zu erwarten, die Pflanzen wachsen und produzieren Sauerstoff, ohne etwas zu erwarten.


Könnte selbstloses Geben also vielleicht ein eigentlich natürlicher Prozess sein, der dazu führt, dass es nach und nach allen besser geht?


Erwartungslos Geben – auch in der Arbeit

Auch Adam Grant Professor für Arbeitspsychologie an der Wharton Business School, spricht davon, dass es in Unternehmen drei Arten von Mitarbeiter:innen gibt.


Giver, Taker und Matcher. Giver geben, weil sie sich zugehörig zu hrem Unternehmen und dessen Mission fühlen und Sinn in ihrer Arbeit sehen.

Taker haben (häufig) innerlich gekündigt und denken nur an den eigenen Vorteil: Geld, Macht, Status und Sicherheit.

Matcher spielen das „Nullsummenspiel“: Sie wägen ständig ab und streben nach einem Gleichgewicht von Geben und Nehmen.


Freundlichkeit gibt uns Energie und macht uns selbstbewusster – und zu besseren Anführern

Teilnehmer:innen einer Studie an der University of Berkeley gaben an sich optimistischer, stärker, selbstbewusster und sich insgesamt gelassener zu fühlen. Außerdem verspürten sie mehr Energie, nachdem sie jemandem einfach so geholfen hatten.


Dr. Sonja Lyubomirsky von der University of California sagt dazu:


„Wenn wir gut zu anderen Menschen sind, fühlen wir uns gut – als gute Menschen, optimistischer, positiver und moralischer“


Auf neurobiologischer Ebene führt selbstloses Handeln zu einer vermehrten Ausschüttung von Serotonin unserem „Glückshormon“.


Lässt man diesen Gedanken sacken, stellt sich die Frage, ob der Mythos von „Survival of the fittest“ (womit „anpassungsfähig“ und nicht „am stärksten“ gemeint ist) eigentlich heißen müsste „survival oft he nicest“. Tatsächlich hat sich bei der Erforschung von Schimpansen gezeigt, dass nicht die stärksten und dominantesten Exemplare, sondern die besten Beziehungsgestalter langfristig erfolgreich ihre Gruppe führen.


Freundlichkeit macht glücklich und verringert Leid

Menschen die Gutes tun sind glücklicher als andere (Harvard Studie).


Diese weiteren positiven Effekte von selbstlosem Handeln haben Forscher entdeckt:

- Geringerer Bluthochdruck und weniger Schmerzen

- Reduzierung von Sorgen, Ängsten und Panikattacken

- Reduzierung von Depressionen


Auch für Menschen mit starken sozialen Ängsten kann selbstloses Handeln den Weg aus ihrem Teufelskreis von Angst und Vermeidung bedeuten. In einem Experiment an der University of British Columbia sollten Teilnehmer:innen einmal täglich an sechs Tagen pro Woche eine Kleinigkeit für andere tun. Schon nach vier Wochen hatte sich die Grundstimmung der Teilnehmer:innen drastisch verbessert und sie waren wesentlich zufriedener mit ihren Beziehungen.


Freundlichkeit tut uns also gut, verbessert unsere Lebensqualität und steigert unsere Chancen auf beruflichen Erfolg.


Dank den plastischen Fähigkeiten unseres Gehirns können wir uns ein Leben lang verändern. Freundlichkeit bewusst zu praktizieren, z.B. in Form von kleinen täglichen Challenges, trainiert unser Gehirn wie einen Muskel, der mehr Glück in unser Leben bringt.


„Menschen über 55, die sich freiwillig in Organisationen einbringen, haben eine um 44 Prozent verringerte Wahrscheinlichkeit, verfrüht zu sterben. Und zwar nachdem sämtliche anderen Faktoren wie Gesundheit, Geschlecht, oder Gewohnheiten wie Rauchen ausgeschlossen wurden. Dieser Effekt ist stärker, als viermal in der Woche Sport zu treiben.“


So fasst Christine Carter in ihrem Buch „Raising Hapiness” die Auswirkungen von Freundlichkeit zusammen.

Und wenn Du mit Deinem „Random Act of Kindness“ jemanden inspirierst, das Selbe für jemand anderen zu tun, könnte eine Kettenreaktion entstehen, an deren Anfang Du und am Ende ein gerettetes Leben steht.


In seinem Buch „The Five Side Effects of Random Kindness” erzählt Dr. David R. Hamilton folgende Geschichte:


Ein 28-Jähriger spendete anonym eine Niere. Viele der Familienmitglieder des Spendenempfängers waren von diesem Akt so inspiriert und berührt, dass sie sich entschlossen ebenfalls eine Niere zu spenden. Und so erhielten innerhalb kürzester Zeit zehn Menschen eine neue Niere.

Klar ist das ein extremes, wenn auch sehr berührendes Beispiel, was ein Mensch mit einer selbstlosen Handlung auslösen kann.


Aber überleg Dir nur was passieren könnte, wenn Du:

- Jemanden einfach mal anlächelst

- Deinen Sitzplatz anbietest

- Ein ernst gemeinte Kompliment machst

- Einem Obdachlosen einen Kaffee/Tee kaufst

- Jemanden aus Deinem Leben schreibst und dafür bedankst, was er/sie in der Vergangenheit für Dich möglich gemacht hat

- Danke sagst, zum: Busfahrer, Postboten, Straßenkehrer

- Jemandem die Tür aufhältst

- Einem Freund aufrichtig zuhörst

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